Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Mira Lindorm

Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Mira Lindorm

Passend zum Start in die Adventszeit, haben wir einen weiteren „Blick in den magischen Spiegel“ für euch. In dieser 5. Ausgabe verrät uns Mira Lindorm mehr über ihre Geschichten und Pläne. Wenn ihr vorab schon etwas über sie erfahren wollt, schaut gerne bei ihren bisherigen Veröffentlichungen vorbei.

 

13* Fragen an die Märchenspinner*innen

Autor*innenfragen

1. Was ist für dich die größte Herausforderung beim Schreiben?

Die Zeit und die innere Ruhe zu finden.

2. Was machst du (haupt-)beruflich und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu  bringen?

Sorry, geschlossenes Pseudonym. Nur so viel: Ich arbeite Vollzeit, bin in drei Vereinen ehrenamtlich tätig und zusätzlich in einer unserer lokalen politischen Parteigruppen. Geschrieben wird nachts.

3. Was hat dich letztlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Der Wunsch, dass meine Geschichten Lesende finden, denen sie etwas bedeuten.

4. Welche Ziele willst du dieses Jahr in deinem Autor*innenleben erreichen?

Dieses Jahr – nichts wegen Überlastung. Nächstes Jahr (2023) hoffe ich, ein neues Buch zu schreiben.

Projektfragen

5. Wie lange braucht es bei dir von der Idee im Kopf, bis diese auf dem Papier landet, und wie lange schreibst du in etwa an einer Geschichte?

Bis die Idee auf dem Papier landet (als Notiz): Meist wenige Minuten. Bis die Notiz zu einem Buch wird: Alles zwischen wenigen Tagen und wenigen Jahren. Bis die Geschichte fertig ist, wenn ich angefangen habe: Alles zwischen zwei Monaten und zwei bis drei Jahren. Reine Schreibzeit: Rund 100 Stunden pro Buch, verteilt auf ca. 60 Tage.

6. Bei welchem Ereignis aus einer deiner Geschichten wärst du gern dabei gewesen?

Als meine Elfe sehr unfreiwillig mit ihrem Motorrad in eine Jauchegrube schlittert, weil sie den Warnruf ihres Halbtroll-Kollegen gekonnt ignoriert (das Buch ist noch nicht veröffentlicht).

7. Würdest du gerne mal mit einer*m deiner Protagonist*innen tauschen? Wenn ja, mit wem?

Mit Louise. Die Frau steht mit beiden Beinen im Leben, hat Grips und Energie und scheut sich nicht, zuzugreifen, als das Schicksal ihr ein alternatives Leben anbietet.

8. Kannst du dich noch erinnern, wann und wie du auf die Idee für deine letzte (oder eine deiner anderen) Geschichte(n) gekommen bist?

Tatsächlich im Traum. Eine winzige Traumszene, die nach dem Aufwachen hängenblieb und der Keim für eine ganze Geschichte wurde.

 

Fragen an die Protas

Es antwortet Suleika, Sheherezades Tochter aus „Herzenswünsche kommen teuer“.

9. Gibt es etwas, das du deiner*m Autor*in schon immer mal ungeniert um die Ohren hauen wolltest? Raus damit!

Ganz sicher! Hey, Schöpferin, warum musstest du mir ausgerechnet einen Eunuchen als Liebhaber kreieren? Ich hätte lieber einen handfesten, gut gebauten Prinzen gehabt und den um meinen kleinen Finger gewickelt. Ich habe immer davon geträumt, mit einer Karawane in ferne Länder zu reisen, nach Indien, Thailand, China, jene Länder, aus denen diese fantastischen Stoffe im Harem meines Vaters kamen. Mit einem Prinzen wäre das möglich gewesen. So aber konnte ich nur kleine Brötchen backen. Okay, am Ende durfte ich aus dem Harem raus. Aber viel von der Welt gesehen habe ich trotzdem nicht.

10. In welche andere Buchwelt würdest du sofort auswandern, wenn du könntest und warum? Oder bleibst du doch lieber in deiner eigenen Geschichte?

Ich würde gerne in die „Angélique“-Bücher von Anne Golon auswandern. Da geht es fast so bunt zu wie in meiner orientalischen Heimat, aber die Frauen sind freier, sie sitzen nicht im Harem fest und können tatsächlich politisch etwas bewirken. Außerdem gibt es dort auch Liebeslieder – ich liebe Liebeslieder!

 

Märchenhaftes

11. Wenn du 24 Stunden lang eine Märchenfigur sein könntest, welche Märchenfigur wärst du dann gerne?

Eine Nixe – aber nicht die kleine Meerjungfrau, die ist mir zu naiv!

12. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Eine tatsächlich vernünftig und rational handelnde Menschheit – denn ohne das funktioniert mein nächster Wunsch nicht. Dringender Umbau unserer Gesellschaft und Technologie zugunsten der Umwelt. Körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

 

Zukünftige Projekte

13. Welche Themen sollten deiner Meinung nach noch in einer Märchenspinnerei-Adaption verarbeitet werden?

Wir haben schon viele Themen verarbeitet. Aber es gibt welche, die ich gerne intensiver bearbeiten würde.
Die Tatsache, dass die Wünsche der Menschen meist recht unbedacht sind – sei es Hans im Glück oder König Midas. Und dass das gewünschte Ergebnis am Ende nicht immer positiv für den Wünschenden ausfällt. Unser Verhältnis zum Tod (dazu gibt es einige Märchen). Märchen, die starke Frauen zeigen (nicht umsonst gibt es viele Märchen, in denen ein Mädchen seine Brüder erlösen muss).

 

So viele Infos in diesen 13 Fragen, und doch schon wieder vorbei. Nähere Informationen über Mira bekommt ihr auch hier auf unserer Website.

Wir hoffen ihr hattet einen schönen 1. Advent und wünschen euch eine entspanne Vorweihnachtszeit. Bis zur nächsten Folge unserer Reihe „Blick in den magischen Spiegel“.

Eure Märchenspinner*innen

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