Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Christina Löw

Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Christina Löw

Herzlich Willkommen zum Start unserer Interview-Reihe „Ein Blick in den magischen Spiegel“ hier bei der Märchenspinnerei. Nach und nach werden wir euch unsere Autor*innen näher vorstellen, indem wir euch die Antworten auf 13 märchenhafte Fragen zeigen. Und wir können schon jetzt versprechen: Die Antworten auf unsere „13 Fragen an die Märchenspinner*innen“ sind wirklich super-interessant.

Beginnen werden wir heute mit einem Interview mit Christina Löw, die erst im letzten Herbst mit „Das Lied des Herbstmondes“ eine Novelle im Rahmen der „Licht-und-Schatten“-Reihe herausgebracht hat.

Viel Spaß beim Lesen.

 

13* Fragen an die Märchenspinner*innen

Autor*innenfragen

1. Was ist für dich die größte Herausforderung beim Schreiben?

Das lässt sich so allgemein schwer beantworten – bei mir kommt jedes Projekt mit seinen eigenen Herausforderungen. Hin und wieder habe ich z.B. Geschichten, die unglaublich ausufern und wo es meine größte Herausforderung ist, sie wieder einzufangen und ihnen einen angemesseneren Umfang zu verpassen. Dann gibt es meine Plotbunny-Herde, die sich immer gerade dann meldet, wenn ich in einem anderen Projekt stecke, und mich nicht ablenken zu lassen, kann durchaus zu einer Herausforderung werden – zumal ständig neue Plotbunnys dazukommen. Ein weiterer Faktor ist die liebe Zeit … manchmal habe ich einfach keine Zeit zum Schreiben und manchmal nehme ich mir die Zeit, aber die Worte wollen einfach nicht aufs Papier kommen.

2. Was machst du (haupt-)beruflich und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin freiberuflich unterwegs – als (Literatur-)Übersetzerin, Lektorin/Korrektorin, Journalistin, Autorin von Texten im Kunst-Bereich, Kunstvermittlerin und einiges anderes. Der Vorteil dabei ist, dass ich mir meine Zeit oft recht frei einteilen kann. Das ist allerdings manchmal auch ein Nachteil, denn prinzipiell könnte ich ja einfach durchgehend von morgens bis abends arbeiten, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Da muss ich mich stellenweise schon etwas bremsen und schauen, dass alles zumindest halbwegs ausgeglichen ist – inklusive des Schreibens.

3. Was hat dich letztlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Eine Mischung aus Zufall, Wahnwitz und Entschlossenheit. Denn in gewisser Weise stand der Veröffentlichungstermin plötzlich schon fest, bevor ich die Geschichte ganz geplottet, geschweig denn, geschrieben hatte … und dann bin ich mitten ins Selfpublishing reingesprungen.

4. Welche Ziele willst du dieses Jahr in deinem Autorenleben erreichen?

Puh, das ist eine sehr gute Frage. 😀
Nachdem ich in den letzten Jahren ziemlich genau hätte sagen können, an welchem Roman oder welcher Kurzgeschichte ich arbeite und was voraussichtlich wann veröffentlicht wird, sieht das 2022 etwas anders aus. Möglicherweise erscheint im Sommer ein Sonder-Projekt, das entscheidet sich aber erst in den nächsten Wochen. Ansonsten sind für dieses Jahr keine größeren Veröffentlichungen aus meiner Feder geplant – ob die eine oder andere Anthologie mit einer Geschichte von mir in den nächsten Monaten oder doch erst kommendes Jahr erscheint, kann ich gerade nicht sagen; einige kleinere Verlage müssen aktuell bei ihren VÖs sehr rechnen, was geht und was nicht.
Ansonsten würde ich mir wünschen, dass bei ein, zwei Projekten, an denen ich schon etwas länger sitze (allerdings seit geraumer Zeit eher unregelmäßig), der Knoten platzt, sodass ich sie entweder endlich abschließen oder endlich weiterschreiben oder überhaupt mit dem Schreiben beginnen kann.

Projektfragen

5. Wie lange braucht es bei dir von der Idee im Kopf, bis diese auf dem Papier landet, und wie lange schreibst du in etwa an einer Geschichte?

Das ist ganz unterschiedlich, sowohl bei der Idee als auch dem Schreiben. Ich habe schon Kurzgeschichten innerhalb weniger Stunden geplottet, geschrieben, überarbeitet und bei Ausschreibungen eingereicht. Ich habe aber auch schon bei einer Geschichte, die eigentlich eine Novelle werden sollte, von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung (des späteren Romans) rund zwei Jahre gebraucht.

6. Bei welchem Ereignis bei einer deiner Geschichten wärst du gern dabei gewesen?

Ich hätte mich sehr gerne in Yukis Koffer gepackt und wäre mit ihr nach Japan geflogen, wie sie es in „Der Kater unterm Korallenbaum“ macht … Das ist eine Reise, die bei mir bisher noch auf der Wunschliste steht.

7. Würdest du gerne mal mit einer*m deiner Protagonist*innen tauschen? Wenn ja, mit wem?

Puh. Eine ganze Geschichte lang würde ich mit den Protagonist*innen meiner Romane ganz sicher nicht tauschen wollen. Da ist die Autorin doch stellenweise echt nicht so nett zu ihnen … mir reicht in der Hinsicht das alltägliche Drama meines Lebens. ^^
Es gibt aber durchaus Szenen, wie bei der vorherigen Frage, bei denen ich gerne mal dabei gewesen wäre, oder in denen ich gerne mit ihnen getauscht hätte.

8. Kannst du dich noch erinnern, wann und wie du auf die Idee für deine letzte (oder eine deiner anderen) Geschichte(n) gekommen bist?

Bei meinem aktuellen Roman „Das Lied des Herbstmondes“ weiß ich noch recht genau, wie Julia Maar und ich 2019 zusammen überlegten, welches Märchen wir uns für ein gemeinsames Novellenpaar der Reihe „Licht und Schatten“ vorstellen könnten – und dann von dort ausgehend mit dem Plotten und Schreiben begonnen haben.

Fragen an die Protas

Es antwortet Kater Sasuke aus „Der Kater unterm Korallenbaum

9. Gibt es etwas, das du deiner*m Autor*in schon immer mal ungeniert um die Ohren hauen wolltest? Raus damit!

Am meisten stört mich ja, dass ich mich hier reinmogeln musste, um überhaupt antworten zu können. Denn eigentlich sollen das ja nur die Hauptfiguren … Also, liebe Autorin, warum bin ich nicht Protagonist? Ich hätte gerne eine Geschichte, in der es nur um mich geht!

10. In welche andere Buchwelt würdest du sofort auswandern, wenn du könntest und warum? Oder bleibst du doch lieber in deiner eigenen Geschichte?

Also, hätte ich endlich meine eigene Geschichte, würde ich da natürlich bleiben. Im Moment habe ich keine konkrete Buchwelt im Sinn, in die ich gern auswandern würde – zumindest nicht für immer -, aber ich würde gerne etwas Buchtourismus betreiben, einfach mehr von der Buchwelt sehen. Das wäre schön. 😊

Märchenhaftes

11. Wenn du 24 Stunden lang eine Märchenfigur sein könntest, welche Märchenfigur wärst du dann gerne?

Puh, das ist eine sehr gute Frage! 😀
Ich glaube, das würde ich davon abhängig machen wollen, ob ich wirklich in die Haut dieser Figur schlüpfen müsste, oder ob ich einfach einen Tag in ihrer Welt leben dürfte. Denn ich hätte durchaus Lust, z.B. mal die Unterwasserwelt der kleinen Meerjungfrau einzutauchen, aber sie selbst würde ich eher ungern sein. Wahrscheinlich würde ich lieber Mäuschen in einigen Geschichten spielen, ungesehen auf einem Teppich mitfliegen, wundersame Landschaften entdecken und Wesen kennenlernen, die es in unserer Welt nicht gibt.

12. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Mit dem ersten Wunsch würde ich mir wünschen, dass jeder Mensch sich einen Herzenswunsch erfüllen darf (sofern dieser niemandem schadet). Und die beiden anderen würde ich wahrscheinlich für den richtigen Moment aufheben, in dem entweder ich sie wirklich gebrauchen kann, oder in dem ich sie einer anderen Person, die diese nötiger hat als ich, übertragen kann.

Zukünftige Projekte

13. Welche Themen sollten deiner Meinung nach noch in einer Märchenspinnerei-Adaption verarbeitet werden?

Auch wenn wir über die Jahre – und in mittlerweile mehr als 30 Büchern (Romanen & Novellen) – schon so einige Themen behandelt haben, gibt es noch unglaublich viele wichtige Themen. Ich persönlich möchte mich mittelfristig z.B. mehr mit der Repräsentation von sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen beschäftigen.

 

Haben euch die Fragen (und Christinas Antworten) gefallen? Dann bleibt gespannt und lasst euch überraschen, wer von unseren Autor*innen das nächste Mal die 13 magischen Fragen beantwortet.

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