Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Barbara Schinko

Ein Blick in den magischen Spiegel: Interview mit Barbara Schinko

Nach einer kleinen Sommerpause geht es nun endlich mit unserer Interview-Reihe weiter. Dieses Mal beantwortet euch Barbara Schinko den bereits bekannten Fragenkatalog zum Thema „Ein Blick in den magischen Spiegel“. Falls ihr vorab noch ein paar Infos über ihre Bücher einholen wollt, könnt ihr das hier tun.

Viel Spaß beim Lesen!

13* Fragen an die Märchenspinner*innen

Autor*innenfragen

1. Was ist für dich die größte Herausforderung beim Schreiben?

Mir klarzumachen, dass ich es wahrscheinlich niemals zeitlich schaffen werde, all die Romane zu schreiben, die in meinem Kopf herumschwirren.

2. Was machst du (haupt-)beruflich und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu  bringen?

Ich bin im Finanzbereich tätig. Was den zweiten Teil der Frage angeht? Ich habe keinen Fernseher. 😉 Die dadurch eingesparte Zeit verwende ich aufs Schreiben, Ideen Spinnen und Überarbeiten.

3. Was hat dich letztlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Sturheit. 😉 Wenn ich mir ein Ziel setze, gebe ich nicht so schnell auf.

4. Welche Ziele willst du dieses Jahr in deinem Autor*innenleben erreichen?

Am 1. Juni ist mit „Alessas Seelenpferd“ der erste Band meiner Reihe „Nebel von Walhalla“ erschienen: Pferdefantasy mit wunderbarem Cover und Anklängen aus der nordischen Mythologie! Die Rückmeldungen dazu waren bisher sehr positiv. Und damit die Leser*innen auch nicht zu lange auf Nells und Feejas Abenteuer warten müssen, habe ich die nächsten beiden Bände schon geschrieben. Band 2 befindet sich im Satz, Band 3 im Lektorat. Dazu kommen dieses Jahr noch fixe Abgabetermine für einen Kinderbuchklassiker und eine New-Adult-Liebesgeschichte – und danach? Wer weiß! 😉

5. Welche*r Autor*in ist dein Vorbild?

Mira Lobe, die Autorin des wunderbaren „kleinen Ich-bin-Ichs“. Auch Astrid Lindgren mit ihrer „Pippi Langstrumpf“ schätze ich sehr.

Projektfragen

6. Wie lange braucht es bei dir von der Idee im Kopf, bis diese auf dem Papier landet, und wie lange schreibst du in etwa an einer Geschichte?

Das ist je nach Projekt sehr unterschiedlich. Mein Jugendbuch „Schneeflockensommer“, eine Frau-Holle-Adaption, die mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde, hat mich jahrelang begleitet. Ebenso mein Erstling „Die Feengabe“. Andere Bücher hatten eine sehr viel kürzere, aber nicht weniger intensive Entstehungszeit.

7. Bei welchem Ereignis aus einer deiner Geschichten wärst du gern dabei gewesen?

Als Aoife in „Der Wind so frei“ die geisterhaften Gänse zur Burg gerufen hat.

8. Würdest du gerne mal mit einer*m deiner Protagonist*innen tauschen? Wenn ja, mit wem?

Sicher nicht mit Zoya in „Ein Mantel so rot“, so sehr ich mein erwachsenes Rotkäppchen liebe und ihre praktische Art schätze. Mit Deirdre in „Das Meer so tief“? Nein, zu gefährlich – auch wenn ich absolut nichts dagegen hätte, Murrough live beim Schwimmen zuzusehen. 😉 Am ehesten noch mit Aoife, solange ich für die Dauer des Tausches auch ihre Windhexenkräfte bekomme.

9. Kannst du dich noch erinnern, wann und wie du auf die Idee für deine letzte (oder eine deiner anderen) Geschichte(n) gekommen bist?

Meistens sind es mehrere Inspirationen, die sich in meinem Kopf zu einer Geschichte verbinden. Für „Ein Mantel so rot“ waren dies: „Rotkäppchen“, antike Legenden über Krieger mit Wolfsmänteln, die sich in Wölfe verwandeln können, und ein Zeitungsartikel über eine russische Familie, die Jahrzehnte völlig abgeschieden in der Wildnis gelebt hat. Für „Das Meer so tief, der Wind so frei“: meine Liebe zu Irland; der Rollentausch und der Windzauber der „Gänsemagd“ sowie meine Interpretation der Charaktere dieses Märchens; die Tatsache, dass irische Söldner der vergangenen Jahrhunderte als „Wildgänse“ bezeichnet wurden, und die Gleichung magischer Pferdekopf+irische Mythologie=Kelpie.

 

Fragen an die Protas

10. Gibt es etwas, das du deiner*m Autor*in schon immer mal ungeniert um die Ohren hauen wolltest? Raus damit!

Aoife aus „Der Wind so frei“: Also eigentlich nicht. Ich hab‘s nicht so mit dem Um-die-Ohren-Hauen. Ich bin schüchtern und nett.“ *wendet sich ab und lauscht auf etwas, das jemand anderer sagt* „Was soll das heißen, Kev? Natürlich werde ich ihr nicht die Gänse auf den Hals hetzen! Zu netten Menschen bin ich nett. – Sorry für die Unterbrechung. Mein, äh, wiedergefundener Kindheitsfreund“ *errötet* „wollte unbedingt seinen Senf dazugeben. Jedenfalls: Über meine Autorin kann ich mich nicht beklagen. Besonders wenn ich höre, was Deidre und Zoya, die Armen, berichten.“ *erschaudert* „Ich sage nur: Spaziergang auf der Klippe mit einem gruseligen alten König. Und: Wolfsmantel.“

11. In welche andere Buchwelt würdest du sofort auswandern, wenn du könntest und warum? Oder bleibst du doch lieber in deiner eigenen Geschichte?

Mir gefällt es in meiner, aber es wäre schon interessant, mehr von Irland und seiner Nachbarinsel zu sehen. Vielleicht die Leuchtturminsel aus „Das Lied des Leuchtturms“? Die würde mir glaube ich sehr gut gefallen. Oder auch das Feenreich in „Eine Locke-vom-Haar-der-Königin-unter-dem-Hügel“.

 

Märchenhaftes

12. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Zeit zum Schreiben, begeisterte Leser und eine Bibliothek mit Regalen, auf denen immer noch ein Buch mehr Platz hat.

 

Zukünftige Projekte

13. Welche Themen sollten deiner Meinung nach noch in einer Märchenspinnerei-Adaption verarbeitet werden?

Ich arbeite an einer König-Drosselbart-Adaption, die ich sehr liebe. Und natürlich reizt mich auch noch das eine oder andere unbekannte Märchen.

 

Und schon sind die 13 Fragen wieder vorbei. Noch mehr Informationen zu Barbara Schinko könnt ihr hier finden.

Seid schon jetzt gespannt darauf, wer von uns sich nächstes Mal dem magischen Spiegel stellt.

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